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4,6

Was ist Greylisting?

Aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Greylisting ist eine Methode, um unerwünschte E-Mails (Spam) auf Mailserver-Ebene abzuwehren.

Seriöser Mailserver

Mit einem seriösen Mailserver, auch MTA (Mail Transfer Agent) genannt, ist ein Server gemeint, der nicht für Spamzwecke verwendet wird. Ein Beispiel ist der Mailserver eines Internetanbieters (in den Niederlanden zum Beispiel Chello, XS4All, Planet, Ziggo).

Unseriöser Mailserver

Mit einem unseriösen Mailserver ist ein Server gemeint, der große Mengen unerwünschter Nachrichten (Spam) an viele Empfänger verschickt.

Funktionsweise

Auf einigen Servern setzen wir Greylisting ein. Vor allem wenn ein Server stark unter großen Mengen Spam zu leiden hat, kann diese Funktion eingeschaltet sein. Der große Vorteil: Der Server wird dadurch sofort deutlich entlastet. Ein Greylisting-Eintrag bleibt bei uns 36 Tage gültig, Verzögerungen sollten also nicht allzu oft auftreten.

Funktionsweise

Greylisting funktioniert über eine Ablehnungsmeldung (meist Code 451), die der empfangende Mailserver dem sendenden Mailserver gibt. Ein "seriöser" sendender Mailserver speichert die Nachricht vorübergehend und versucht es später noch einmal. Der empfangende Mailserver merkt sich diesen Versuch anhand verschiedener Kriterien, zum Beispiel die IP-Adresse in Kombination mit dem Absender. Diese Kombination wird dann in eine Whitelist aufgenommen.

Sobald der seriöse sendende Mailserver es zum Beispiel nach 10 Minuten (einstellbar) erneut versucht, prüft der empfangende Mailserver IP-Adresse und Absender und lässt die Nachricht je nach eingestellter Zeit durch oder lehnt sie erneut ab. Meist werden IP-Adresse und Domain in einer lokalen Datenbank gespeichert. Beim nächsten Versand wird diese lokale Datenbank abgefragt, um zu sehen, ob es sich um eine vertrauenswürdige Kombination handelt. Wenn ja, wird die E-Mail sofort angenommen.

Die Idee dahinter: Ein seriöser Mailserver führt eine Warteschlange (Queue) und versucht es nach ein paar Minuten erneut. Ein "unseriöser" Mailserver (Spamserver) kann sich das nicht leisten, weil sonst seine eigenen Warteschlangen volllaufen. Das würde dazu führen, dass möglicherweise die Speichermedien volllaufen, was wiederum andere Probleme verursachen kann.

Vorteile

Weil nur wenige Spamserver mit dieser Technik umgehen können, nimmt der empfangende Server nur wenig unerwünschte E-Mails an.

Da die Ablehnung per 451-Meldung auf Mailserver-Ebene erfolgt, erreicht die E-Mail die Spamfilter noch gar nicht. Spamfilter wie SpamAssassin sind bekannt dafür, dass sie viel Rechenleistung des Servers beanspruchen.

Nachteile

Ein großer Nachteil von Greylisting ist, dass der Endnutzer vom Mailserver abhängig ist. Er hat nämlich keinen Einfluss darauf, wie schnell der Absender zugelassen wird. Außerdem hat er keinen Einfluss darauf, wann der sendende Mailserver die betreffende E-Mail erneut zustellt. Ein konkretes Beispiel: Der niederländische Internetanbieter @home hat einen sogenannten Requeue (die Zeit, nach der der sendende Mailserver erneut versucht, die E-Mail zuzustellen) von 1 Stunde. Beim ersten Mal dauert es also eine Stunde, bis eine E-Mail von einer @home-Adresse angenommen wird. Das ist sehr ärgerlich, wenn der Empfänger gerade auf diese Nachricht wartet.

Ein weiterer Nachteil von Greylisting: Nicht nur Spamserver haben keine Queue. Programmierer nutzen nämlich nicht immer die lokale Mailfunktion, sondern verbinden sich selbst direkt mit dem empfangenden Mailserver, ohne einen sendenden Mailserver dazwischen. Die E-Mail wird dann beim ersten Mal abgelehnt, und der Nutzer, der die Aktion ausgelöst hat, bekommt höchstwahrscheinlich eine Fehlermeldung.

Außerdem nutzen viele große Internetanbieter mehrere Mailserver gleichzeitig. Die Nachricht wird später nicht von derselben IP-Adresse, sondern von einer anderen erneut zugestellt. Deshalb müssen viele bekannte Domains vorab in die Whitelist eingetragen werden. Und genau das sind oft die bekannten Spamquellen.

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